16.11.09

canoa quebrada

Unser letzter Tag in Quixada steht bevor - heute wirds nochmal was - jetzt wird angegriffen :-). Naja gute Vorsätze sind wenigstens bereits mal der richtige Anfang - zugegeben, bei Franzi ist die Motivation größer als bei mir. Völlig bedeckter Himmel, tiefe Basis, wenig Wind und 2 Stunden warten am Startplatz später fliegen wir dann doch noch etwas herum - um 10 Minuten nach der Landung dabei zuzusehen wie es plötzlich aufmacht und die noch in der Luft verbleibenden Schirme auf Strecke gehen ahhhhhhhhhhhhhhh grrrrrrr wäääääääää denkt sich Franzi - ich hingegen freu mich schon auf die Caipis. Franzi hadert noch mit sich ob ers nicht nochmal probieren soll, lässt sich schlussendlich dann aber auch von den Caipis überreden. Ich hoffe soetwas wie eine Caipirinha Sucht existiert nicht - denn ansonsten wären wir schwer gefährdet.

It’s our last day in Quixada – the day of our strike back. Well, good resolutions are the right start – I have to admit that Franzi’s motivation was bigger than mine. The cloud cover though is completely closing in and very low. After two hours of waiting we finally decide to fly around for some time just to see that 10 minutes after our landing the cloud cover suddenly spreads to form nice cumuli. The pilots who awaited this could start their cross country flights now. Whilst I am looking foreward to the Caipirinhas Franzi is going ahhhhhhhhhhhhhhh grrrrrrr wäääääääää and thinking if he should give it another try. But eventually he’s also following the path to Cachaça. I hope that you can’t get addicted to Caipirinha, in that case we are severely in danger.

Man wirds nicht glauben das erste Mal ausgeschlafen gehen wir am nächsten Tag zum Frühstück und machen uns, kurz nachdem wir uns von unseren Schweizer Freunden verabschiedet haben, auf den Weg. Auf gehts zum Busbahnhof. An dieser Stelle nochmal einen rießiges Dankeschön an Andy Flühler und seine Truppe, sowie Almeida und Paolo für die tollen Hilfestellungen. Für nächstes Jahr bereits eingeplant sind zwei Wochen Quixada mit Andy und offiziellem Retrieve :-).

You wouldn’t believe it: slept off for the first time we go to breakfast. We say goodbye to our swiss friends and make our way to the bus station. At this point we want to once more deeply thank Andy Flühler and the gang as well as Almeida and Paolo for their truly big help. Next year the two weeks of Quixada are already fixed, this time with Andy from the start and official retrieve .

Also am Busbahnhof angekommen macht sich Franzi daran uns Tickets zu organisieren. Ich passe in der Zwischenzeit auf unsere Sachen auf. Laaaaaaaaaaaange Zeit ist von Franzi nichts mehr zu sehen, ich bekomm es schon mit der Angst zu tun - hat er vielleicht eine schöne Brasilianerin getroffen :-( aber er kommt dann doch wieder zu mir zurück. Es hat nur Probleme beim Ticketkaufen gegeben. Über Triangolo und Aracati gehts nacht Canoa Quebrada. Erster Stop Triangolo - wir steigen irgendwo aus, nur nicht bei der Bushaltestelle - also wo zum Teufel ist die überhaupt? Sowas wie einen Fahrplan gibts natürlich nicht. Immer wieder erkundigen wir uns ob das die richtige Haltestelle ist - jeder versichert uns, dass hier der Bus nach Aracati vorbeifährt, nur wann genau weiß niemand. Leute kommen und gehen (steigen in einen Bus ein) nur wir bleiben und bleiben und bleiben und waaaaaaaaaaarten und zweifeln schön langsam daran ob wir jemals in Canoa ankommen werden. Doch schlussendlich kommt er dann doch der lang ersehnte Bus und a paar Stunden später treffen wir in Canoa ein.

At the bus station Franzi is off to organize tickets. As he’s not returning for a looooooooooooong time I’m slowly getting a bit nervous – did he maybe meet some brasilian chick?  But eventually he returns telling me he just encountered severe language problems at the ticket office. Passing Triangolo and Aracati we head for Canoa Quebrada. At the first stop Triangolo we get off the bus in the middle of nowhere. No bus stop, no timetable. But everyone assures us, that we are at the right place, given we understand what they are trying to tell. What we do understand is, that no one can give us a specific time for the bus. We simply assume that there is none. People come and go (get on an bus), only we stay and waaaaaaaaaaaaaait and with time doubt that we will ever arrive in Canoa.

Am nächsten Tag gehen wir erst mal an den Strand, schon nach nur einer halben Stunde in der Sonne ähnle ich einem Krebs - nicht von der Form her, sondern der Farbe. Also wird umdisponiert und in den Schatten übersiedelt - dort genehmigen wir und ein paar - na was schon - Caipis natürlich. Etwas beschwippst wackeln wir dann ins Hotel um unseren Rausch auszuschlafen. So gegen vier gehts dann mit Sack und Pack (also Schirm und Gurtzeug) zum Strand. Mein Schirm ist zwar mit, jedoch gefällt mir das Fotografieren vieeeel besser, und deswegen wird mal zur Abwechslung da Franzi zu Tode geknipst. Mir kommt vor der will gar nicht mehr runter. Nach ca. 2 Stunden soaren landet er dann überglücklich.

The next day we first hit the beach, but as after half an hour I look like a crab we flee into the shaddow. Of course we have to drink- goes without saying – Caipirinha. Somehow a little tipsy we torkle back to our hotel to sleep over our befuddlement. Around four we pack our bag and baggage (so to say our harness and glider) and drag them down to the beach. I have my Antea with me but somehow I feel more like taking pictures, that way I nearly shoot Franzi to death. I have the impression that he’s not planning to come down anymore near or in the future. But after sunset and two hours of soaring he does.

Am nächsten Tag will ich es auch probieren, starte kurz nach Franzi und freu mich auf einen schönen Flug - Leider hab ich auf den Balast vergessen (abgesehen von dem Sand, der sich in großen Mengen auf einer Seite meines Schirm angesammelt hat und die Hinterkante herunterzieht) und deswegen stehe ich mit Vollspeed in der Gegend herum und komme kaum vorwärts. Nach einiger Zeit komme ich dann doch irgendwie runter. Ziemlich fertig, also eigentlich mit den Nerven am Ende, packen wir zusammen und gehen nach Hause. Aber einige schöne Fotos sinds dann doch geworden.

The next day I want to try it on my own, take off shortely after Franzi, looking foreward to a nice flight. But to my disadvantage I forgot to take along my Ballast (apart from the sand, which unfortunately I was carrying in the back of my glider, which made it brake and hence slower). This unlucky situation made me press the speedbar without really moving forwards. After some really uncomfortable time I finally manage to land somehow. Pretty down with the nerves we pack our stuff and leave. The pictures turned out to be very beautiful though. 








9.11.09

quixbim

12ter Tag, weitester Flug 32 km - maximal 2 Stunden in der Luft, eine Landung aufgrund von Blasenproblemen :-) - und bereits ziemlich frustiert über meine Ausbeute gehts mal wieder völlig müde um halb sieben auf den Startplatz nach Quixada. Oben angekommen empfängt uns ein kräftiger Wind und wie jeden Tag frage ich mich, was zum Teufel wir hier überhaupt machen. Skeptisch betrachte ich das Treiben - relativ bald starten die ersten Piloten. Ich warte noch - will nicht wieder 2 1/2 Stunden am Startberg herumfliegen und schon vor den ersten Kilometern aufs Klo müssen.

Am Startplatz treffen wir bereits auf Kamira Pereira, die mit 2 weiteren Damen versucht den aktuellen Weltrekord zu brechen. Mit Windeln ausgestattet mache ich mich um halb neun bereit um ca. eine Stunde später von Paolo rausgeschickt zu werden. Im Übrigen Paolo ist der wichtigste Mann hier in Quixada - 3 oder 4 seiner Jungs halten deinen Schirm, während er den Wind beobachtet. Wenn Paolo sagt "Stefanie are you ready" weisst du gleich ist es soweit und kannst dir in dem Moment gar nicht vorstellen, wie du bei diesem fetzten Wind starten sollst. Die nächsten Sekunden wartest du auf folgende Worte "Go Stefanie, go ahead, go ahead" und du weißt, jetzt gehts, auch wenn du beim besten Willen bei solchen Bedingungen niemals starten würdest. Es funktioniert dann wirklich.



In der Luft ist der Wind enorm stark und so gar nicht nach meinem Geschmack - mehrmals fliege ich rückwärts, stehe in der Luft herum, oder kassiere ziemlich große, gemeine Klapper. Irgendwann kommt ein Funkspruch von Franzi, dass er jetzt abfliegt, da er Basis gemacht hat - da kann ich von der Basis mehrere hundert Meter drunter noch gar nicht sprechen. Ca. 20 Minuten kämpfen, mehrere Klapper und Herumsteherei in der Luft später hab ich die Nase voll und will landen gehen, als ich quasi im Landeanflug einen Bart entdecke (oder der Bart mich), der mich bis zur Basis bringt. Juhu und oben ist es auch ruhiger - einem kleinen Streckenflug steht also nichts mehr im Wege.

Die Route Richtung SW wird eingegeben - und auf halbem Weg Richtung Quixeramobim treffe ich Franzi wieder. Etwas tief aber kämpfend - viel Sorgen mach ich mir nicht, da er es immer irgendwie schafft. Nach den ersten 36 km gilt es eine Entscheidung zu treffen, weiter Richtung SW (Pedra Branca) oder doch WSW (Boa Viagem). Die Asphaltstrasse ist dann doch sehr verlockend und ich fliege dieser entlang - komplette Fehlentscheidung - bereits nach ein paar km drehe ich ab über totales Niemansland Richtung Boa Viagem. Dort treffe ich dann auch Franzi wieder, diesesmal jedoch an der Basis.

Irgendwann kommt ein Funkspruch von Kamira, dass sie jetzt auf km 143 ist - Wahnsinn wie geht denn dass? Wir sind noch nicht mal auf km 60 - das heißt sie ist tatsächlich auf Weltrekordkurs. Der nächste Funkspruch ist von Franzi - er will landen gehen. Hähhhhhhhhh was soll das jetzt - es ist weder turbulent noch ist er tief oder es ist zu kalt. Doch dann dämmerts mir - plagt ihn vielleicht seine Blase :-) ??? Ich will gar nicht, dass er landen geht, unter uns ist nur Pampa da gibts nichts - also ich meine nichts wenn ich schreibe nichts. Er lässt sich überreden und bleibt bei mir. Ich genieße es sehr mit Franzi über dieses schöne Land zu fliegen - der Flug ist wirklich schön. Kurz vor Boa Viagem lässt er mich dann jedoch trotzdem alleine. Ich fliege dann noch ein paar Kilometer weiter bis auch ich nach 97 km am Boden stehe. Mein erster etwas längerer Flug im Flachland juhu!!! Kaum auf dem Boden kommt bereits die ganze Nachbarschaft angelaufen um mir zu helfen meinen Schirm zusammenzulegen - etwas blöd wenn man eigentlich dringend aufs Klo muss und sich erst der Windel entledigen möchte. In respektvollem Abstand wird gewartet bis ich fertig bin. Auch ein Mototaxi steht bereits da um mich in die nächste Stadt zu bringen wo ich auf Franzi und die Schweizer treffe. Glücklich und müde kommen wir ca. 3 Stunden später im Hotel an.

2 Tage später bin ich ca. die gleiche Route nochmal geflogen, leider alleine und da kommt einen die Pampa über die man drüber fliegt gleich noch viel pampamäßiger vor. Gelandet bin ich diesesmal etwas vor Boa Viagem auf der einzigen Farm weit und breit. Empfangen werde ich von einem sehr alten Mann mit vielleicht drei Zähnen - und einem rießigen Säbel in der Hand. Der Junge neben ihm schärft gerade sein sehr langes Messer. Also das wars dann also mit meinem Leben denke ich mir - jetzt werde ich zu Hackfleisch. Gottseidank Fehlanzeige, beide sind sehr nett und reden auf mich ein. Verstehen tu ich zwar nichts, trotzdem bin ich überglücklich, dass ich nicht wie in einem schlechten Horrorfilm zu kleinen Häppchen verarbeitet werde.

7.11.09

As already said: compared to the swiss guys we are real beginners here. But still - we've had some very beautiful flights. And isn't that why we are here?

Here's some lines about one of them.

The weather seems about the same every day. After a series of early morning flights, which ended very quickly, the strategy was set: All pilots who had flown under 50 km had to soar the take off for 2 hours. Only one pilot followed this strategy: Dominik Frei. The result was eye opening. Whilst every other pilot landed in the first hours of the day Dominik flew 280,83 km with his late start. The next day, nov 6, everyone followed his example. Including me.

Problem was, after 2 hours of soaring I was forced to land. I was very frustrated, so I started again at 12. I made it to 1500m with Stefanie and we headed West. Very fast I was down at 750 m, which is 500 over ground. But I managed to climb in the leeside of a small hill. High above me Stefanie flew on. She is always climbing like a monkey. Impressive.

It took me 30 Minutes to reach 2200m. Very slow, but I was happy about still flying. Some thermals later Stefanie radioed that I was directly above her. She was fine so I continued vs. Madalena. The roads here are view and bad, Madaleina is the first good road after 60 km.

Reaching Madaleina I was very low, but I still had hope. I had flown over a big area with wood, and now i was gliding over dry meadows towards a lake. "This has to be a trigger point!". I was directly over the lake when my vario yelled +2m/s. I had to stay careful not to lose it, and it brought me back into the game from 300 m AGL to 2500m.

I tried to reach the clouds with some weak thermals, but with the rising ground my altitude decreased rapidly. I felt it was getting late. I made a stupid decision to try to fly back to a good cloud against the wind, and it brought me nothing. After four hours of flying I went down near Monsignor Tabosa. Within 5 Minutes the lonely dirt road was filled with people who were asking me things. It was funny, they knew I didn't understand a word but still they were talking and asking and talking and asking and talking and asking. Very very nice people!

I was very lucky, because after one hour on the back of a motorcycle (mototaxi) I was picked up by the swiss guys.

I didn't know adventures still exist. But they do.

Xcontest

4.11.09

beep beep beep


I am geting acquainted with my Ares.
Langsam gewöhne ich mich an den Ares.

Roland Mäder under his Triton.
Roland Mäder unter seinem Triton.

sunrise
Sonnenaufgang

Here the people don't cut trees at the side of the roads, they simply burn them. Yes, I expected thermals above the fire but for nothing. The next thermal was only at the curve, too late for me, Stefanie managed to climb again.

Hier wird am Straßenrand nicht gemäht, sondern einfach abgefackelt. Ja, auch ich habe auf Thermik spekuliert, doch leider vergebens. Der nächste Bart löste erst bei der Kurve ab. Da wars für mich zu spät, Stefanie konnte ihn noch ausdrehen.

On the first picture the take off is visible as well as the giant Monolith.
Auf dem ersten Photo sieht man den Startplatz sowie den riesigen Monolithen.

5 times Ares...

...and his pilot.

3.11.09

fly flat


If you book 16 flights, it might be smart to check their always differing take off hours. I thought. Of course, if you lose track of what you are doing it can happen that in the end you throw away essential documents. And when you arrive at the airport you will have to be a good talker to arrive where you want to. Hence everything went fine.
Wenn du 16 Flüge buchst deren Abflugszeiten sich standing ändern kann es leicht passieren dass man den Überblick verliert und Dokumente in den Papierkorb wirft die dort nicht hin gehören. Und wenn man dann erst am Flughafen drauf kommt redet man sich schon mal den Mund fusselig um doch noch ans Ziel zu kommen.

Arriving at Fortaleza in North Brazil we spot a group of swiss pilots. Everything what happened afterwards was only thanks to them. They noticed we are totally lost and don’t have a clue what comes next. They took care of us and so after 3 flights and 3 hours of wild bus derby we arrived at Quixada.
3 Flüge später kamen wir erfolgreich in Fortaleza an und trafen eine Gruppe Schweizer Flieger. Relativ schnell sind die drauf gekommen dass wir komplett unorganisiert waren und nahmen uns in Ihre Fittiche. Einige Stunden Busfahrt später kamen wir völlig erschöpft in Quixada an.

The hospitality of the people (both swiss and Brazilian) is overwhelming. If it were not, you couldn’t fly a single kilometer here. The flying here is unbelievably demanding. The take off welcomes you with 40km/h wind, you need at least 3 people to hold down your glider and another one to look for startable conditions. And the flats? Many people told us that flying flatlands is just like flying in the mountains. “Thermals are thermals!” They lied. It seems to me that you have to start all over again. Here we are unorganized beginners. But the good side is – everybody cares about you and tries to help out. Really nice!
Die Gastfreundschaft der Schweizer und Basilianer ist einfach überwältigend. Wär’s nicht so könnten wir auch nicht einmal einen Kilometer fliegen. Das Fliegen hier is übrigens echt anspruchsvoll. Der Startplatz empfängt dich gleichmal mit 40km/h Wind und man braucht mindestens 3 Leut, die einem den Schirm am Boden halten und einen weiteren, der dir Bescheid gibt, sobald es zum starten wird. Und das Flache? Man hat uns gesagt, dass Flachland genau wie Fliegen in den Bergen is. „Thermik is Termik!“ Sie haben gelogen. Es fühlt sich an, als ob man Fliegen neu lernen muss. Hier sind wir unorganisierte Anfänger. Andererseits – Jeder sorgt sich um dich und alle versuchen dir zu helfen. Nice!

Yesterday Stefanie and I could organize one radio and one working telephone. But still – without spot and retreat our direction was crosswind – follow the road. We had an incredible flight with our first low safes (they really exist!), and after 30km we made our touchdown at a good asphalt road. We were very pleased, even though 3 swiss guys flew 200+.
Gestern haben Stefanie und ich ein Funki und ein funktionierendes Handy organisiert. Trotzdem – ohne spot und Rückholer war unsere Richtung von einer Straße vorgegeben – also Seitenwind. Wir hatten einen unglaublich schönen Flug mit einigen low safes (ja, es gibt sie wirklich!), und landeten nach 30km neben der Staße. Wir waren überglücklich, auch wenn 3 der Schweizer 200+ flogen.


our luxury resort (perdra dos ventos) / take off / evening hensi

Roland Mäder / hmmm what am I doing here? / the swiss flyaholics

from the hills into the flat

http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:stefaniehudler/2.11.2009/11:48
http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:fraents/2.11.2009/11:20